Gar nicht so einfach: Zebrastreifen!

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Wie kompliziert es ist, in Berlin einen Zebrastreifen oder eine Mittelinsel zur besseren Querung von Straßen anzulegen, wissen wir schon länger. Es sind 18 Verfahrensschritte und es dauert mindestens drei Jahre.

Leider manchmal auch deutlich länger, wie eine Anfrage der Bezirksverordneten Sonja Kreitmair ergeben hat. Hier zeigte sich, dass beispielsweise die 2010 angelaufene Prüfung eines Zebrastreifens auf der Kaiserin-Augusta-Allee voraussichtlich erst 2020 zu einem Abschluss kommt. Allerdings nicht als Zebrastreifen, sondern, indem eine Mittelinsel und Gehwegvorstreckungen gebaut werden sollen.

Eine weitere Fußgängerüberquerung – diesmal auf der Straße Alt Moabit, Höhe Spreebogen – entwickelt sich ebenfalls zu einer unendlichen Geschichte: Bei den Planungen des Kleinen Tiergartens wurde bereits darauf auf einen Ausgang aus dem Park auf Höhe des Spreebogens geachtet. Und gleichzeitig hat der Investor des Spreebogens ein Durchgangsrecht eingeräumt, so dass eine Wegebeziehung zwischen der Spree und dem Kleinem Tiergarten vorhanden ist. Aber die seit 2011 beabsichtigte erleichterte Querung an dieser Stelle ist noch heute nicht da. Mal lag es an den Planungen für die Straßenbahn, mal an fehlendem Personal für die Planungen. Aber selbst die Anlage einer provisorischen Mittelinsel, deren Finanzierung durch den privaten Investor gesichert ist, lässt weiter auf sich warten: Jetzt wartet der Bezirk auf eine Genehmigung zur Versetzung eines Lichtmastes.

Ob das Provisorium 2020 errichtet werden kann? Und wann dürfen wir mit der endgültigen Planung sowie Umsetzung sicherer Überquerungen und Radwege auf der Straße Alt-Moabit rechnen?

Schließlich fordert die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) seit 2013 auch zwei Fußgängerüberwege bzw. Zebrastreifen in der Beusselstraße auf Höhe der Zwingli- der Erasmusstraße. Hier hat nun im August 2019 endlich ein Ortstermin mit der Verkehrslenkung Berlin, der Förderstelle der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz stattgefunden. Das Resultat: Ein Fußgängerüberweg wurde aber abgelehnt. Derzeit wird geprüft, ob zumindest die Errichtung einer „Mittelinsel“ möglich ist.

Schaut man auf die Erfahrungen in der Kaiserin-Augusta-Allee und Alt-Moabit, könnten wir hier vielleicht 2023 einen deutlichen Schritt weiter sein.

To be continued…