Eine interessante Meldung findet sich in der Antwort des Senats auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tino Schopf zur Umsetzung des Mobilitätsgesetzes in Berlin-Mitte: 2026 und 2027 will der Bezirk den Straßenzug Wilsnacker Straße – Thomasiusstraße als Fahrradstraße ausbauen. Die Finanzierung soll zu 75 % aus Mitteln des Bundes erfolgen und zu 25 % vom Senat kommen.
Der Straßenzug ist Teil des geplanten Berliner Radwegenetzes (siehe hier), wie es das Mobilitätsgesetz vorsieht. Die Wilsnacker Straße gehört sogar zum „Radvorrangsnetz“, ebenso wie die meisten Hauptstraßen. Die Thomasiusstraße ist eine breite Nebenstraße und asphaltiert, so dass sie sich als Fortsetzung der Radroute anbietet. Ob der Senat in der parallelen Kirchstraße – die eine Hauptstraße ist – den ebenfalls vorgesehenen Radweg jemals bauen wird, wage ich zu bezweifeln: Die Straße ist belebt und eng, und es gibt sicher Hauptstraßen, wo es dringlicher ist, einen Radweg zu bauen.
Fahrradstraßen sind für Kraftfahrzeuge nicht gesperrt, aber es gibt einen Vorrang für den Radverkehr. So dürfen Radfahrer:innen zum Beispiel auch nebeneinander fahren. Ob es – wie in anderen Fahrradstraßen auch – bei uns zu einer Einbahnstraßenregelung für Kfz kommt, muss man abwarten: Details zu der Planung sind noch nicht bekannt. Zu wünschen wäre, dass der Verkehr wirksam auf die Höchstgewindigkeit 30 begrenzt wird: Schon heute nutzen viele Radfahrer:innen diese Strecke, aber dies wird selten eingehalten.
Nicht erwähnt in der o.g. Antwort des Senats wird das Helgoländer Ufer: Das Teilstück zwischen Kirchstraße und Lüneburger Straße sollte eigentlich auch Fahrradstraße werden (siehe hier), schon seit 2025. Aber zunächst müssen hier die weiteren Arbeiten des Schifffahrtsamtes zur Uferbefestigung abgewartet werden.
Sonja Kreitmair